Forum - Betrug am Konsumenten: Vollspaltböden in der Schweinezucht

 
Billie-Blue

In Österreich sind unfassbarer Weise nach wie vor Vollspaltböden erlaubt. Die Schweine vegetieren auf scharfkantigen Betonspalten ohne Stroh, Verletzungen sind omnipräsent. Kürzlich gab es dazu Berichte über einen bekannten Betrieb  in NÖ im TV, die Bilder waren schwer zu ertragen.  Ein anderer Schweinezüchter mit AMA Gütesiegel verkauft das Fleisch seiner Tiere, die unter diesen qualvollen Bedingungen leben müssen im bäuerlichen Hofladen und online im " Bauernkistl" als Fleisch aus artgerechter Haltung, die Konsumenten werden getäuscht. Die ÖVP ist mit der Agrar Lobby eng verbunden, deshalb ändert sich nichts. OB die Grünen, welche in der Opposition immer für Tierschutz eingetreten sind, jetzt auch hier klein beigeben? Ich befürchte es.  Heute zeigt der VGT zwischen 10.30 und 11.30 vor dem Landwirtschaftsministerium Bilder aus drei Jahrzehnten miserabler Schweinehaltung, damit es zu Frau Köstinger durchdringt.

Teddypetzi

Ich habe den Bericht gesehen, aber der bekannte Betrieb war nur ein Zulieferbetrieb von Berger und nicht er selber, möchte aber durch mehr Kontrollen sich seine Zuliefererbetriebe besser ansehen, das hat hier leider versagt.

AllBlacks

Zwischen wollen, öffentlichwirksam die zulieferfirmen rügen und tatsächlich tun ist ein großer zwischenraum. mit fehlt der glaube dass sich etwas ändern wird.

Silviatempelmayr

Dazu sage ich nur unsere Schweine haben auch Vollspaltenböden und die sind nicht scharfkantig. Solange der Konsument für das Fleisch nicht mehr bezahlt kann ich den Schweinen nicht mehr Komfort bieten. Sonst wäre es nicht rentabel. Unsere Schweine vegetieren sicher nicht vor sich hin. Da kann sich jeder davon überzeugen. Bitte nicht alle immer in einen Topf werfen. Und im Geschäft auch an das Tierwohl denken und nicht nur an das Geldbörserl. 

hobbykoch

Ich kaufe Schweinefleisch nur direkt von den Bauernhöfen, wo ich weiß, dass es dort keine Vollspaltenböden gibt. Dafür zahle ich gern (viel) mehr.

Billie-Blue

Schweine brauchen eine Stroheinstreu. Man kann die Verantwortung nicht auf den Konsumenten abschieben, der gar nicht weiß, dass die Schweine auf Vollspaltböden stehen müssen.

Ich jedenfalls kaufe ich so ein Fleisch seit vielen Jahren nicht mehr. Und ich zahle auch gerne viel mehr Geld dafür.

Die Politik hat es in der Hand, indem das nicht mehr gefördert wird.

Teddypetzi

Ihr schreibt immer von viel mehr Geld, wir kaufen bei unseren Fleischer im Ort, und der hat Strohschweine, aber das Fleisch kostet nicht wirklich viel mehr als bei einen H..fer usw. dafür ist es um vieles besser

Billie-Blue

Hallo Teddypetzi, du hast recht, es kostet gar nicht immer viel mehr. Aber ich würde auch viel mehr zahlen, einfach weil ich ein Fleisch von gequälten Tieren - und das sind jene in  Massenhaltung - gar nicht runterbringen würde und meinen Kindern nicht zum Essen geben möchte.

Maisi

Was soll denn die Politik da ändern? Sobald es in Österreich nicht mehr gefördert/erlaubt ist, kommt das Fleisch aus dem Ausland und dort wird es unter noch schlechteren Bedingungen erzeugt.  Produziert wird was gekauft wird, so ist der Markt. Wäre interessant wie die Konsumenten reagieren würden, wenn drauf stehen würde wie das Fleisch produziert wird? ( damit meine ich direkt am Produkt beim Einkaufen und nicht über die nichtsaussagenden Umfragen, bei denen eh immer alle nur bio und regional kaufen)

Im übrigen ist eine schlecht gepflegte Stroheinstreu (und das ist bei vielen Schweinen sicher nicht leicht zu managen) viel schlechter als Vollspalten, da die Schweine nass im eigenen Urin und Kot liegen. Das weiß der Konsument aber auch nicht. Aber ich, da ich selbst meine Schweine auf Stroh halte. 

Mich nerven die Anfeindungen an die Landwirte. Ich finde zum Beispiel einen Fisch im Aquarium oder einen Wellensittich im Käfig auch Tierquälerei und das geht aber über jahre.

 

Silviatempelmayr

 Danke Maisi, man sieht dass du Ahnung davon hast.

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