Das ist eine Studie bzw. ein Ergebnis, das das untermauert, was ich auch im Umfeld beobachte. Ich wohne in einer Kleinstadt im ländlichen Bereich und bin über die Sorglosigkeit einiger Mitmenschen verwundert. Viele haben die Einstellung, dass das Ansteckungsrisiko in der Stadt (gemeint sind größere Städte) viel höher ist und einem hier nicht viel passieren kann. (Die Zahlen sagen anderes.) Wenn es dann doch wieder jemanden erwischt hat, erfolgen meist die Beteuerungen, dass man keine Ahnung habe, wo man sich angesteckt haben könnte.
Forum - Studie aus OÖ: Höhere Infektionswahrscheinlichkeit am Land
Vielleicht ist es umgekehrt so, dass nicht die Leute am Land unvorsichtiger sind , sondern die Großstädter besonders vorsichtig sind, weil man in dichter besiedelten Wohngegenden ein höheres Risiko befürchtet und deswegen mehr auf Abstand achtet.
Was mir auffällt ist, dass es Leute gibt, die beleidigt reagieren, wenn man auf Abstand geht. Man trifft einander auf der Straße, früher hat man auf kurze Distanz geplaudert, heute halte ich Abstand, da reagieren manche persönlich getroffen. Ich könnte mir vorstellen, dass das am Land noch ärger ist, weil man dort mehr darauf achtet, was die Nachbarn von einem denken. Und damit niemand beleidigt ist, geht man nicht so sehr auf Distanz. Ältere Leute aus dem Mostviertel haben im Herbst zu mir gesagt: " na bei euch in Wean ( Wien) unten, ist das ja alles viel schlimmer", die dachten, dass bei uns schon alles verseucht ist und das kommt eh nicht aufs Land. Diese Einstellung macht vielleicht auch sorgloser.
Jaja, da kommt man zu der Erkenntnis, dass das Landleben doch nicht so gesund ist. 
Ich denke die Ursache ist der allzu sorglose Umgang mit der Grundeinstellung, dass das Landleben mehr "abhärtet" und man nicht so schnell krank wird. Welch ein Irrtum.
Wer glaubt denn irgendeiner Studie noch? Ist doch meist auslegungssache was dabei herauskommt.
Ich kann mir schon vorstellen, dass da was dran ist. Aber wie überall, kann man auch hier nicht alle in einen Topf werfen. Ein Teil unserer Familie war schon an Covid19 erkrankt. Wir haben klar kommuniziert wo wir uns angesteckt haben. Ich kann Heimlichtuereien in diesem Zusammenhang nicht verstehen.
(Quelle: orf.at)
Höhere Infektionswahrscheinlichkeit am Land
Laut einer Studie des Umweltmediziners Hans-Peter Hutter ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung am Land höher als in der Stadt. Das Alter spiele kaum eine Rolle für die Infektionsdynamik.
Hutter wertete die SARS-CoV-2 Inzidenz bzw. die Fallhäufungen und die Sterberate in den 18 oberösterreichischen Bezirken aus. Er kam zu dem Ergebnis, dass „entgegen verschiedener Annahmen, dass gerade im dicht besiedelten urbanen Bereich, wo auch die Kontakthäufigkeit höher ist, die Wahrscheinlichkeit, sich mit Covid-19 anzustecken geringer ist als im ländlichen Raum“.
Eine mögliche Erklärung dafür sei, dass im ländlichen Bereich vielleicht eher ein Schlendrian beim Einhalten der Maßnahmen herrscht. „Die vertrauten Kontakte dürften am Land mehr gepflegt werden, man sieht das Virus möglicherweise als ein Problem der Stadt“, sagte der Umweltmediziner. Wenn jemand im urbanen Bereich ohne oder mit schlecht sitzendem Mund-Nasen-Schutz in ein Geschäft kommt, werde ihm das von anderen deutlich gemacht.
Viele Ausländer – niedrige Inzidenz
Die zweite Feststellung der Studie: In Bezirken, wo der Ausländer-Anteil hoch ist oder viele Personen ausländischer Herkunft leben, gab es eine signifikant geringere Inzidenz. Es zeigte sich, dass bei dem dramatischen Anstieg im November und Dezember in Oberösterreich Ausländer keine Rolle gespielt hätten.
Eine gewisse Rolle spielte auch das Bildungsniveau: „Höhere Bildung hat einen Einfluss auf die Inzidenz, aber das heißt nicht, dass niedrige Abschlüsse für deutlich höhere Zahlen sorgten. Signifikant positive Ergebnisse haben sich eher bei den berufsbildenden mittleren Schulen gezeigt“, erklärte Hutter. Keine signifikanten Zusammenhänge fanden sich in der Altersstruktur – möglicherweise auch, weil hier die Unterschiede zwischen den Bezirken gering sind. Bemerkbar war aber, dass je mehr Menschen über 65 Jahre in einem Bezirk lebten, desto niedriger dort auch die Inzidenz war. „Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Älteren eher an die Sicherheitsmaßnahmen halten.“
Umsetzung der Maßnahmen besser beobachten
Das Ergebnis lege laut Hutter nahe, dass es in ländlich geprägten Regionen weniger Bewusstsein und eine größere Sorglosigkeit gegeben habe. Er empfiehlt, dort verstärkt hinzuschauen, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen geht. Das Land will die Erkenntnisse für die Bekämpfung der Pandemie nutzen.