Forum - Spenderausweis oder Bußgeld?

 
Katerchen

Angesichts des Mangels an Spenderorganen in Deutschland schlägt ein Gesundheitsminister eine Verpflichtung vor, die Haltung zur Organspende in das geplante Organspenderegister einzutragen.

Versicherte, die dieser Aufforderung trotz ausreichender Frist nicht nachkommen, sollten einen zusätzlichen Krankenkassenbeitrag von monatlich 10 Euro bezahlen, bis die Eintragung ins Register erfolgt ist.

Das soll nun heißen, wenn ich mich nicht entscheide ob ich ein Organ spenden will oder nicht, soll ich eine Strafe zahlen. Das finde ich etwas merkwürdig. Da wird eher ein Gegenteil erreicht und eine Organspende verweigert.

jowi59

Ich glaube auch, das kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen.

Diese Entscheidung kann nicht erzwungen werden.

MaryLou

Was will der dann als nächstes fordern?

Genug gelebt jetzt gibst deine Organe her! Das könnte sehr gefährlich werden.

littlePanda

Da finde ich die österreichische Regelung besser, daß man einer Organspende  aktiv widersprechen  muß, wenn man nicht will, daß nach dem Tod Organe entnommen werden.

Ich verstehe es aber irgendwie nicht, warum sich gegen eine Organspende wehrt. Was hat man von einer Lunge, wenn man tot ist? Ist es da nicht besser, daß wenigstens die Lunge und dadurch ein anderen Mensch weiterlebt?

hobbykoch

Ich bin bei littlePanda. Erstens vereinfacht die österreichische Regelung die Sache und zweitens verstehe ich die Abwehrhaltung nicht. In Ö stoße ich immer wieder auf Leute, denen nicht bewusst ist, dass sie automatisch Spender sind, sofern sie nicht widersprochen haben.

moga67

Ich finde die österreichische Regelung auch sehr gut.  Der aktive Widerspruch ist aber oft nicht bekannt. 
Meisten wird jedoch ein Gespräch, der Ärzte mit den Angehörigen des Patienen, gesucht.

Wenn man krank ist, hofft man auf ein Spenderorgan. Als gesunder Mensch denkt man meistens nicht an das Lebensende.

Ich persönlich hätte nichts dagegen meine Organe zu spenden, wenn ich damit wem helfen könnte. Ist schließlich sinnvoller benützbare Organe zu verwenden, als sie zu verbrennen oder in der Erde "zu Staub" werden zu lassen.

Maarja

Ich finde das schräg und glaube auch, dass unter Druck gesetzt, viele Menschen Nein sagen werden, obwohl sie mit der österreichischen Regelung vielleicht gut klar kämen.

MamaMiau

Naja das sind schon 2paar Schuh:

In Österreich sind wir alle gleich, es gibt nur wenige die aktiv Widerspruch eingelegt haben. Auch wenn das sicher aus Unwissenheit nicht passiert.

In Deutschland mit der erzwungenen Freiwilligkeit, könnte es leichter passieren, dass meine Maschinen abgeschalten werden um die Lunge zu spenden. Auch wenn der Patient im Nebenbett vl die gleichen Überlebenschancen hat wie ich, aber keine Spendenbewilligung erteilt hat.

Silviatempelmayr

Ich habe auch schön öfter überlegt mich eintragen zu lassen. Doch bis jetzt habe ich mich noch nicht entschließen können. 

Katerchen

@MamaMiau, in Deutschland werden keine Maschinen abgeschaltet um Organe zu bekommen. Eine Abschaltung und Organentnahme erfolgt erst dann, wenn man hirntot ist und das wird bei solchen Fällen von mehreren Ärzten festgestellt.

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