Forum - Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter

 
Katerchen

Naja, der Texter von damals hatte von der Botanik auch nicht viel Ahnung – Tannenbaum und die Blätter. Sollte eher heißen: „ … wie grün sind deine Nadeln“.

 

snakeeleven

Botanisch handelt es sich um Blätter.

Teddypetzi

Mein Aufgeputzter Palmenbaum hat auch grüne Blätter ähm Wedel natürlich

Silviatempelmayr

Ein sehr schönes Weihnachtslied, das am Hl. Abend gerne bei uns gesungen wird. Die Blätter gehören einfach dazu.

littlePanda

Der Texter hatte vermutlich doch Ahnung, denn bei Nadeln handelt es sich um Blätter in spitzer Form, die im Prinzip die selben Eigenschaften wie Blätter von Laubbäumen haben

Wobei ich aber totzdem denke, daß dem Texter die Botanik vollkommen wurscht war und er einfach drauflos textete ;-)

littlePanda

Der Texter hatte vermutlich doch Ahnung, denn bei Nadeln handelt es sich um Blätter in spitzer Form, die im Prinzip die selben Eigenschaften wie Blätter von Laubbäumen haben

Wobei ich aber totzdem denke, daß dem Texter die Botanik vollkommen wurscht war und er einfach drauflos textete ;-)

Billie-Blue

Früher hat man auch zu den nadelförmigen Blättern noch Blätter gesagt. Heute sagt man Nadeln, obwohl es botanisch gesehen tatsächlich Blätter sind. 

MaryLou

 Zwei Textdicher waren dazu am Werk:

Der Theologe und Pädagoge Joachim August Zarnack hat 1919 die erste Strophe geschrieben, der Lehrer und Komponist Ernst Anschütz 1924 die zweite und dritte. Anscheinend hatten die 2 doch Ahnung von der Botanik.

Teddypetzi

O Tannenbaum

O Tannenbaum ist ein deutsches Weihnachtslied, das um die Welt ging. Doch es dauerte an die 300 Jahre bis das weihnachtliche Loblied auf den Tannenbaum seinen Siegeszug antreten konnte.

Eine erste Version lieferte bereits der evangelische Komponist Melchior Franck im 16. Jahrhundert mit dem schlesischen Volkslied »Ach Tannenbaum«, das in diversen Abwandlungen und unterschiedlichen Dialekten Verbreitung fand.

Die Thematik des Tannenbaums und seiner immergrünen Zweige wurde mehrfach aufgegriffen. Doch erst in der zweiten Hälfte des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zog der Tannenbaum als Weihnachtsbaum in die biedermeierlichen Wohnstuben ein und wurde zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsfests. Damit rückte auch der Gedanke an die immergrüne Kraft der Tanne weiter ins Bewusstsein der Menschen und Dichter gebrauchten dieses Bild als Symbol. So auch 1819 der Dichter Joachim August Zarnack, der den immergrünen Baum als Symbol der Beständigung nutzte und in den Folgezeilen seines Gedichts die Unbeständigkeit und Untreue eines Mädchens besang. Es war ein Lied über enttäuschte Liebe in dem das Immergrün der Nadeln als Sinnbild für die Treue steht (vgl. O Tannenbaum).

Dieses Liebeslied inspirierte den Leipziger Lehrer Ernst Anschütz. Für sein eigenes »Musikalisches Schulgesangbuch« ergänzte er 1824 die erste Strophe Zarnacks um zwei weitere mit Bezug zur Geburt des Christuskinds. Er verwendete dabei die gleiche Melodie, die auch Zarnack seinem Gedicht unterlegt hatte. Sie entstammt einem alten Handwerkslied Es lebe hoch der Zimmermannsgeselle das ebenfalls seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist.

Mit dem immer beliebter werdenden Brauch des geschmückten Weihnachtsbaums wurde auch das Lied über den weihnachtlichen Tannenbaum bekannter. Mit wachsender Bekanntheit schlich sich dann auch eine Textänderung ein, die sich allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig durchsetzen konnte. Bei Zarnack und auch Anschütz lautete die zweite Zeile der ersten Strophe »wie treu sind deine Blätter«. Gegen Ende des 19 Jahrhundert kam dann jedoch die Variante "wie grün sind deine Blätter" auf, die sich anfangs noch nicht durchsetzen konnte, heute aber die gebräuchliche Variante ist.

@lieder-archiv

Katerchen

Okay, ich gebe es zu, der Tannenbaum hat Blätter.😳 Und was ist mit dem Kaktus?😉

Teddypetzi, danke für die Geschichte zu diesem Lied.

  • 1
  • 2