Entschuldigung Ihr zwei, mein Beitrag richtet sich allein gegen den Umgang von Euch mit der Krankenschwester. Das geht für mich gar nicht. Ich dachte nach euren Berichten echt, dass die Frau irgend jemanden verunglimpft oder beleidigt hat. Hört sie Euch einfach noch mal in Ruhe an. Die schildert nur, was sie erlebt. Das sollte sie auch dürfen. Dass sie damit nicht allen nach dem Mund redet, das ist halt so.
Forum - Interview einer Stationsleiterin Corona Intensivstation
Jeder soll seine Erfahrungen erzählen dürfen. Warum muss man dieser Frau gleich wieder etwas unterstellen. Ich hoffe sie kann sich in diesen paar freien Tagen gut erholen. Sie wird noch viel Kraft im Job brauchen.
durch Corona wurden die Leistungen des med. und Pflegepersonal erstmal wieder richig ins Licht gestellt
danke, für die fantastische Arbeit.


Maarja, ich bleibe dabei: Ich bin gegen Verhetzung. Und in einer so schwierigen Situation wie beschrieben, läßt eine Führungsperson normalerweise das Team nicht alleine. Jeder der in wichtigen Bereichen in leitender Funktion ist , kennt schwierige Phasen und da streicht man sogar lange geplante Urlaube. Ich vergönne ihr jeden Urlaub, aber es mutet halt seltsam an, wenn man nach so einem Interview, in welchem man die schrecklichen Zustände schildert, das Team alleine läßt. Diese Meinung darf man sich da schon bilden.
Billie blue, woher weißt du überhaupt, dass sie auf Urlaub ist?
Auf welche Worte und Sätze, die sie gesagt haben soll, beziehst Du die Verhetzung? Ich habe mir das Interview wirklich genau angehört 🤔
Maarja, das ist jetzt meine letzte Antwort zu dem Thema : Ich habe in Bezug auf das Interview geschrieben: "Kranke gegen Kranke auszuspielen.".siehe meine erste Antwort an die Ursprungsfrage.
Verhetzung habe ich später geschrieben und war nicht direkt auf das Interview bezogen sondern auf die allgemeine Stimmung, die gerade vorherrscht und die derartige Interviews usw. als Rechtfertigung hernimmt.
Wie schon woanders geschrieben: Das Pflegepersonal war auch vorher am Limit, besonders Intensiv ist ein schwerer Job, ist ja logisch. Aber es ist so scheinheilig, jetzt plötzlcih das in den Vordergrund zu rücken , um Hetze gegen Ungeimpfte zu rechtfertigen. Danach denkt keiner mehr über diese Berufsgruppe nach.
Ich habe das Interview (noch) nicht gehört, aber zum Urlaub dieser Dame möchte ich sagen: vielleicht hat sie ihn bitter nötig! Es ist sicher sinnvoller Kraft zu tanken, als einen Zusammenbruch zu riskieren. Ich gehe davon aus, dass sie eine Vertretung hat.
Ein weiteres Interview einer Krankenschwester zeigt das Stimmungsbild in den heim. Krankenhäusern (ich habe diesen Bericht vom Standard übernommen):
Von Sonntag auf Montag waren laut einer Insiderin in einem Krankenhaus so viele Todesfälle, dass die Prosektur nach einer Nacht am Limit war. "Die Leichen mussten wegen Überfüllung am Gang abgestellt werden", schilderte zum Beispiel Pflegefachkraft Monika (Name von der Redaktion geändert) im APA-Gespräch die aktuellen Zustände.
Kein normaler Abschied von Corona-Toten
Jeder Corona-Todesfall sei auch für langdienende Pflegerinnen wie sie eine enorme psychische Belastung. "Keiner draußen kann sich vorstellen, was das bedeutet." Nach einem Sterbefall richtet sie die toten Patienten für Angehörige noch her, macht die Haare, wenn Hinterbliebene im würdigen Rahmen Abschied nehmen wollen. Nicht so bei hochinfektiösen Leichen, wie sie dieser Tage oft vorkommen: "Corona-Tote steckst du nackt in einen luftdicht verschlossenen Plastiksack, zippst zu und das war's."
Die Arbeitsbelastung in der vierten Welle merkt sie deutlich. Es herrscht – wieder einmal – Ausnahmezustand in den Spitälern ob der Enns. Stationen sind geschlossen, um Belegschaft freizuspielen für die Corona-Abteilung. Andere Belegschaften werden ausgedünnt. Die Stimmung ist erschöpft. "Es brennt und du nimmst keinen Feuerlöscher, sondern Benzin", sagt sie. Schon vor Corona sei man auf ihrer Abteilung mit Mindestpersonalstand besetzt gewesen. "Mit Covid schwimmen wir total." Triagen, die zwischen Leben und Tod entscheiden können, erlebe sie hautnah mit. Erst vor kurzem sei eine betagte Frau eingeliefert worden, die nur noch 50 Prozent Sauerstoffsättigung aufwies. Normalerweise wäre dies ein Intensivfall, sagt Monika, aber es sei kein Platz frei gewesen. Die Dame war zäh und überlebte. "Da war auch Glück dabei", sagt Monika.
Massiv Überstunden geleistet
Die Krankenschwester klingt müde. "Du hast derzeit kein Privatleben mehr", sagt sie. Kaum aus dem Dienst läutet das Handy oder eine Nachricht kommt herein mit der Frage, ob man einspringen kann. "Man denkt nicht an Absage." Ihre Kolleginnen und Kollegen sind top, die interne Verbundenheit groß, meint sie. "150 Überstunden haben derzeit alle stehen."
Die Entwicklung macht ihr Angst, denn sogar Ältere würden über Kündigung nachdenken, würden sogar auf die Abfertigung verzichten. Junge Ärzte suchen aktiv nach Ordinationen. Die Stellenausschreibungen der Spitalsbetreiber werden immer mehr. Ihr derzeit größter Wunsch in dieser Welle: "Ich will keinen Bonus, der außerdem noch nicht ausbezahlt wurde. Ich will mein planbares Leben zurück." Einmal aufwachen und nicht am Handy die nächste Anfrage nach Einspringen sehen müssen. Ihre Hoffnungen darauf und die viele ihrer Kollegen im Spital auf diesen Moment beruhen auf Frühjahr.
Leider erkennen viele noch immer nicht den Ernst der Lage, solange es sie nicht selber betrifft!
Das Pflegepersonal sollte wirklich anständig bezahlt werden - wirklich alle- ob in der Altenpflege, im Spitalsdienst oder in der Intensivpflege,
Das ist ein Versäumnis der Politik und zeigt auch, wieviel sie von diesem Personal halten.
Nun auch noch zu behaupten, daß die Ungeimpften daran Schuld sind ist eine Frechheit - aber die Lex stimmen freudig ein.