Forum - Glutamat

 
snakeeleven

Warum wird es von vielen so verteufelt ? Glutamat kommt auch ganz natürlich in Tomaten, Pilzen, Käse und anderen Nahrungsmitteln vor, es verstärkt und verbessert den Geschmack und liefert einen Umami-Kick.

In Asien wird Glutamat gerne und oft verwendet. Müssten dann nicht alle von Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen usw. geplagt werden?

sssumsi

Grundsätzlich verwende ich es nicht und ich würze auch lieber mit Gewürzen und Kräutern. Ich will ja nicht, dass alles gleich schmeckt. Glutamat selbst hab ich noch nie gekauft, aber ich kann nicht zu 100% sagen, ob es nicht irgendwo drinnen ist.

snakeeleven: Ich denke es geht in diesem Beitrag um künstliches Glutamat. Und künstlich ist nie so gut wie natürlich. Ich hab auch manchmal Bauchschmerzen bis Durchfall, wenn ich auswärts esse.

Billie-Blue

Glutamat ist das Salz einer Aminosäure und Aminosäuren haben im menschlichen Körper wichtige Funktionen. Glutamat ist im Gehrin ein wichtiger Botenstoff wird auch für Lern - und Gedächtnisprozesse und zur Signalübertragung zwischen den Neuronen benötigt.

Der Körper stellt selbst die nötige Menge an Glutamat her. 50g pro Tag.

Seit mehr als 100 Jahren stellt die Industrie künstliches Glutamat her. HInter "Würze", "Aroma", "Fleischextrakt", "Hefeextrakt" verbrigt sich ebenfalls Glutamat, nicht immer steht explizit Mononatriumglutamat auf der Zutatenliste-

Glutamat hat einen schlechten Ruf, jedoch konnte bislang nicht bewiesen werden, dass es auch schädlich sein könnte. In den Studien, die das behaupten, wurden so hohe Dosen verwendet, die man niemals verzehren könnte.

Japaner und Chinesen nehmen täglich 1,2 bis 1,7 Gramm Glutamat zu sich, das ist doppelt und dreimal so viel wie bei uns. Trotzdem haben sie keine negativen Folgeerkrankungen. 

Die WHO gibt daher Entwarnung, die Verwendung von Glutamat ist unbedenklich und kein Widerspruch zu gesunder Ernährung.

Wir alle nehmen pro Tag etwa 8 bis 12 Gramm Glutamat zu uns, der Großteil des Geschmacksverstärkers stammt dabei aus der Natur, also aus Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse. Nur 0,3 bis 0,6 Gramm davon sind zugefügtes Glutamat. Also vernachläßigbar.

Es handelt sich meistens nicht um eine Glutamatunverträglcihkeit, wie in Studien festgestellt wurde. Es ist eine "Pseudoallergie". Personen hatten Glutamatkapseln erhalten, davon die Hälfte ohne Glutamat. Diese bildeten sich trotzdem eine Allergie ein.

Man geht davon aus, dass es beim asiatischen Essen eher Erdnüsse, Garnelen und bestimmte Kräuter sind, die Beschwerden auslösen und nicht das Glutamat.

Echte Glutamatunverträglcihkeit ist selten und betrifft insbesonders  Menschen, die an schwer behandelbarem Asthma leiden.

Bei einer echten Glutamatunverträglichkeit muss man auch natürliche Speisen mit hohem Glutamatanteil meiden ( Rindfleisch, Lachs, Parmesan, diverse Käsesorten, Pilze, Paradeiser)

Fertiggerichte sind auf alle Fälle sowieso zu meiden! Man wird von zuviel Glutamat zwar nicht krank, aber der Geschmackssinn stumpft ab. Und da Glutamat appetitanregend wirkt, sind glutamathältige Speisen auch eher dickmachend, was man bei Kindern beachten sollte. 

 

Bon-Obo

Hach Billie-Blue 😍, was ein schöner Bericht, Danke dir. Dieses Wissen sollte eigentlich Common Sense sein.🤓

Maarja

Das ist doch gut zu wissen, dass es gar nicht so gefährlich ist. Auf die Idee es zu Hause zu verwenden käme ich dennoch nicht 

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