Wenn man viel liest, erweitert man seinen Wortschatz und auch die Fähigkeit, Texte zu formulieren. Es gibt diesbezüglcih beträchtliche Unterschiede. Vor allem bei Jugendlichen fällt mir das auf. Je nach Elternhaus und Bildung bzw. Lesevorlieben sind die Unterschiede groß. Manche drücken sich sehr wortgewandt aus, andere in einfachster Sprache.
Der Wortschatz der deutschen Standardsprache umfasst etwa 75 000 Wörter. Je nach Quelle und Zählweise wird die derzeitige Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes auf ca. 350 000 bis 500 000 Wörter geschätzt.
Ein guter Redner verfügt über einen aktiven Wortschatz von etwa 4.000 bis 10.000 Wörter. Um anspruchsvollere Texte in Zeitschriften und Klassiker zu verstehen benötigt man 4.000 bis 5.000 Wörter. Einfache Boulevardzeitungen wie z. B. die BILD-Zeitung nutzen einen Wortschatz von etwa 400 Wörtern, intellektuelle Tageszeitungen dagegen einen Wortschatz von etwa 5.000 Wörtern. Die österreichische Kronen-Zeitung dürfte mit der BILD vergleichbar sein.
Es gab ein Genie der deutschen Sprache: Johann Wolfgang von Goethe. Dank eines „Akademieprojektes Goethe-Wörterbuch“ wissen wir, dass der Dichter mindestens 90.000 verschiedene Wörter in seinen Werken und Briefen verwendet hat.
Zum Vergleich: Der Duden enthält ca. 120.000 Stichwörter.
Man kann es also so ausdrücken: je einfacher der Leser, desto einfacher auch sein Lesestoff. Oder umgekehrt, je intelligenter der Leser, desto anspruchsvoller auch sein Lesestoff.