Sie haben aber auch einiges mitansehen müssen. Die Stimmung wird schon eher positiv gewesen sein, doch es gab schon viel tragisches zu verarbeiten.
Forum - Das Lebensgefühl der Nachkriegszeit
Ich hab auch mit großem Interesse die Geschichten meiner Großeltern und Eltern gehört.Auch Dokumentationen aus Kriegs und Nachkriegszeit haben mich immer interessiert. Das Lebensgefühl war da aber, dass man mit fleißiger Arbeit etwas erreichen kann und jede Verbesserung ein persönlicher Erfolg ist.
So ein tolles Lebensgefühl war das meiner Meinung nach nicht.
Es war für viele eine anstrengende Zeit des Aufbauens.
Viele Männer haben nach dem Krieg gefehlt.
Aber es ist für fleissige lange Zeit aufwärts gegangen.
Ja, und die Menschen dieser Generation sind auch groß geworden und haben die Grundlage für unser jetziges Leben geschaffen. Und heute wird befürchtet, dass die komplette Jugend psychische Schäden durch ein paar Monate Lockdown bekommt.
Ich glaube auch nicht, dass die Nachkriegszeit so rosig war. Abgesehen von den wirtschaftlichen Sorgen ist auf der psychologischen Ebene viel verdrängt worden. Viele Invaliden, viele durch den Krieg "gebrochene" junge Männer. Nicht wenige sind dem Alkoholismus verfallen.
Die Zeit des "Wirtschaftswunders" ein paar Jahre später war sicher unbeschwerter.
Die Erzählungen, die Fotos, alle spiegeln das wieder. Natürlich war es ein hartes Leben. Aber man machte aus wenig viel und man hatte die Erfahrung wie schlimm das Leben im Krieg war.
Die Selbstmordrate war in Österreich sehr hoch bis in die jüngste Vergangenheit. Und wie Hobbykoch schreibt, der Alkoholismus. Damals gabs noch die Prügelstrafe für die Kinder, die Skandale in den Heimen, wo Kinder misshandelt wurden. Schwarze Pädagogik war in der Nachkriegszeit noch üblich. Und alles wurde hübsch unter den Teppich gekehrt. Auch Frauen waren vielfach ihren gewalttätigen Männern ausgeliefert, die durch den Krieg gezeichnet waren.
Die Vergangenheit sieht man generell verklärt, alles Negative wird verdrängt, so gut es geht.
Katerchen, stimmt, das ist die Genration, bei der sich die heutige Jugend bedanken kann, für den Raubbau an der Natur und die digitalisierte Gesellschaft.
Meine Eltern sind Nachkriegskinder und finden, sie hatten es am besten und möchten heute nicht mehr jung sein. Aber sie hatten eine schöne Kindheit ohne Not. Es war auch nicht überall gleich.
Ich sehe gerne Dokumentationen über diese Zeit, als meine Eltern jung waren. Das Lebensgefühl muss toll gewesen sein, der Krieg vorbei, die Zukunft vor der Nase und noch nicht die ganzen Sorgen über Umweltthemen. Auch die Musik von damals spiegelt wieder, wie sich die jungen Leute gefühlt haben müssen