Wer solche "Kollegen" hat, braucht sich keine Feinde anzuschaffen. Er hätte zumindestens ja beim Hüttenwirt sagen können, daß sein Kollege Hilfe braucht. Wäre nicht aufwendig gewesen.
Forum - Bergsteigerethik – wo bist du?
Gerade der Fall vom Sonntag beschäftigt mich. Vielleicht weil ich auf diesem Weg erst gerade selber unterwegs war und die Gegebenheiten kenne. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen! Bei der ersten Meldung hatte ich noch den Gedanken, dass der Berg"kamerad" eventuell einen Sonnenstich oder Ähnliches hatte, was sein A...verhalten erklären würde.
Das ja wirklich kaum zu glauben, wie kann jemand so etwas tun? So ein Mensch gehört nicht mehr auf eine Bergwanderung, und erst recht nicht, mit irgend jemanden zusammen.
Am K2 glaube ich sowieso, dass da lauter vom Narzissmus getriebene, empathielose Leute unterwegs sind. Die unbedingt alle Gipfel erklimmen müssen, waren mir immer schon suspekt. Da zählt nur das eigene Ego.
Bei der anderen Geschichte kann ich nicht beurteilen, was da vorgefallen ist eventuell zwischen den beiden. Wenn der Eine seinen Freund alleine läßt, kommt das ja einer Aufkündigung der Freundschaft gleich. Da fehlt uns sicher ein Teil der Story.
Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 23.08.2023 um 09:01 Uhr
In so einer Situation ist es völlig egal ob ich dem Menschen dem ich helfen MUSS, ein Freund oder ein Unbekannter ist.
In einer Gruppe orientiert man sich immer am schwächsten Mitglied der Gruppe und nimmt auf diesen Rücksicht oder aber man nimmt solche Leute dann gar nicht mit auf eine Tour!
Für mich wäre das ein Grund die Freundschaft zu beenden!
Leider kann man solchen Menschen kein "Betretungsverbot" für die Berge geben. Zumindest sollte er in seinem sozialen Umfeld geächtet werden. Diese Leute braucht man nicht im Freundes- oder Bekanntenkreis.
Das könnte mir nicht passieren. Auf die Menschen mit denen ich wandern gehe kann ich voll verlassen. Wir haben auf schon anderen geholfen.
Das Nichthandeln dieses "Bergkameraden" ist für normal denkende nicht zu verstehen.
Aber ich glaube, solche gibt es hoffentlich nicht zu viele.
Letztlich ist es unterlassene Hilfeleistung, wenn man jemandem nicht hilft, egal ob am Berg oder im Tal.
- 1
- 2
Vor kurzen wurde über den Sherpa berichtet, der im Himalaja am K2 sterbend liegengelassen wurde. Wer nun meint, dass so etwas nur bei extremen Expeditionen passieren kann, irrt sich.
Am Sonntagabend wurde ein Bergsteiger oder Bergwanderer geschwächt auf dem Weg zu einer Alpenvereinshütte in den Berchtesgadener Alpen aufgefunden. Er lag auf einem Stein und konnte nicht weiter. Ein zufällig später vorbeikommender Bergsteiger kümmerte sich um den Mann und alarmierte die Rettung.
Den Einsatzkräften erzählte dann der Bergsteiger, dass sie zu zweit unterwegs sind. Daraufhin wurde ein Großeinsatz ausgelöst, ohne Ergebnis. Die Bergwacht hat dann auf der Alpenhütte angerufen, ob die vermisste Person eingetroffen ist. Später kam vom Hüttenwirt der Rückruf, dass dort der Deutsche dann tatsächlich entdeckt und dann von seinem Schlaf aufgeweckt wurde: "Er hatte keinerlei Einsicht. Er erzählte, dass er seinen Kollegen zurückgelassen habe und meinte nur, dass er auch alleine zurechtkommen müsse."
Der geschwächte Bergsteiger wurde mit einer Gebirgstrage ins Tal gebracht. Die österreichische Polizei prüft nun, ob eine unterlassene Hilfeleistung vorliegt.
Was heißt hier „prüfen“? Der sogenannte „Bergkamerad“ gehört zu einer stattlichen Geldstrafe verurteilt.
Ich bin mein ganzes Leben in den Bergen unterwegs. Solche Gedanken kamen erst gar nicht auf, man hat jeden Menschen geholfen, ob er ein Fremder oder ein Kamerad war.