Forum - Wanderer aufgepasst

 
Lara1

Schwer verletzt wurden zwei Wanderer bei einer Kuhattacke auf einem Almweg in Kärnten. Sie klagten den Landwirt auf Schmerzengeld – er hätte seine Rinder ihrer Ansicht nach „sicher verwahren müssen“. Auch der Oberste Gerichtshof hat diese Forderung nun überprüft. Das Urteil liegt genau zum Auftakt der Wandersaison vor.

Zunächst hatte es schlecht für den 56-jährigen Kärntner Viehbauern, vertreten von Kuh-Profi-Anwalt Michael Hirm, ausgesehen: Ein Wandererpaar war auf der Turrach von einer auf einem Almweg stehenden Mutterkuh angegriffen und niedergestoßen worden.

Die Opfer sahen den Kuh-Besitzer in der Verantwortung und forderten exakt 34.674,78 Euro Schmerzengeld samt Feststellung für weitere Schäden, da gesundheitliche Langzeitfolgen befürchtet werden mussten. Der Beklagte sollte deshalb zahlen, weil er nach Ansicht der Opfer seine Tiere besser verwahren hätte müssen – so müssten Kälber und Mutterkühe generell  eingezäunt werden.
Warnschilder müssen genügen
Das sehen die Richter nun nicht so: Denn grundsätzlich sind Zäune in den Bergen weder üblich noch zumutbar. Es reichen Warnschilder, dass es sich um Weidegebiet handelt. Wer hier unterwegs ist, muss sich dessen bewusst sein und Eigenverantwortung zeigen, vor allem, wenn er auf nur leicht frequentierten Wegen unterwegs ist, wo eigentlich die Kuh Heimvorteil besitzt.

„Mit einer Kuh brauchst nicht diskutieren“
Was bedeutet das nun für die Almwirtschaft und die nahende Sommersaison? Kühe sind laut aktueller Rechtssprechung im Allgemeinen also „keine Gefahr für Menschen“, wie ausdrücklich betont wird; nur besondere Umstände können zu Sorgfaltsverletzung und Haftung ihrer Halter führen.

Und Wanderer müssen besser auf die Hinweisschilder „Achtung Weidevieh“ achten und im Zweifelsfall wohl der Kuh den Vortritt lassen, um keinen Zusammenstoß zu riskieren – denn wie merkt ein erfahrener Kuh-Experte an: „Mit einer Kuh brauchst nicht diskutieren.“

gelesen in der Krone

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littlePanda

Ich hoffe, daß die Entscheidung hält und Kühe auch in Zukunft frei auf den Almen grasen dürfen. Wenn der Mensch sich richtig verhält, dann ist eine Kuh keine Gefahr und es kommt nur in ganz, ganz seltenen Fällen zu Unfällen mit den Tieren

jowi59

Endlich mal realistisch denkende Richter.

Von den Wanderern darf doch etwas Eigenverantwortung verlangt werden.

Und es ist nichts neues, daßß man bei Begegnung mit Kühen auf der Alm besser weit genug aussen rum geht.

Katerchen

jowi59, doch bitte keine Eigenverantwortung verlangen. Es reicht, wenn die Menschen ein Handy dabei haben und anrufen können wenn sie von zusätzlichen Rindviechern umgeben sind.

Man hätte auch sagen können: Rindvieh greift Rindvieh an. 😈

Limone

Habe schon erlebt, man geht am Weg, der ist aber voll von den Kühen, daneben geht es steil bergab und auf der anderen Seite steil nach oben, wohin soll man da ausweichen, oder zurückgehen? Ich finde schon das von den Kühen eine Gefahr ausgeht, die können durch etwas jederzeit aufgeschreckt werden. Man dürft dann gar nicht wandern gehen.

Katerchen

Limone, du bewegst dich da auf einer Alm- und Weidefläche, da haben die Kühe „Hausrecht“. Was soll denn der Landwirt machen, die Tiere in den Stall sperren weil überall Wanderwege sind?

Am sinnvollsten ist in dem Fall, die Wanderung abzubrechen und sich einen anderen Weg oder anderes Ziel suchen.

Abgesehen davon, dass in so einem Gelände irgendwann keine Wege mehr existieren wenn alles zugewuchert ist – die Kühe halten nämlich die Almen frei und nur so gibt es die „beliebte“ Almlandschaft.

MaryLou

Wer hier unterwegs ist, muss sich dessen bewusst sein und Eigenverantwortung zeigen, vor allem, wenn er auf nur leicht frequentierten Wegen unterwegs ist, wo eigentlich die Kuh Heimvorteil besitzt und noch wichtiger ist es nicht mit Mutterkühen zu diskutieren und die Kälber nicht streicheln zu wollen.

 

„Mit einer Kuh brauchst nicht diskutieren“!

 

Lara1

Diesen Satz sollten sich die Wanderer merken: "Mit einer Kuh brauchst nicht diskutieren"! 

Silviatempelmayr

Ja wenn die Kühe den Weg versperren muss man halt umdrehen, so einfach ist das. Leider meinen viele sie könnten die Schuld bei jemand anderem abladen.

littlePanda

Es gibt so viele schöne Wanderwege, die weit aus meisten davon ohne Kühe. Es sollte also keine Problem sein einen kuhlosen Wanderweg zu finden, wenn man nicht weiß, wie man sich richtig auf einer Alm verhält