Forum - Bio- und Tierwohlschweinefleisch

 
Silviatempelmayr

In Österreich werden nur 7 % Bio- und Tierwohlschweinefleisch gekauft. Das heisst 93 % kaufen das billiger produzierte Schweinfleisch. Ich kenne einige Betriebe die gerne auf Tierwohlproduktion umsteigen wollen, leider gibt es zu wenig Kunden dafür. Ein kleiner Gedankenanstoss.

Lara1

Ein sehr interessanter Beitrag, Silviatempelmayr. Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, da waren einige Bauernkinder in meiner Klasse. Die hatten alle Schweine im Stall. Die wurden mit viel Aufmerksamkeit betreut, hatten Stroh eingestreut und von diesem Horrorszenen, von denen man jetzt hört war keine Rede.

Wie denkst du, kommt man von billig auf relle, tiergerechte Haltung? Bio und Tierwohl sind gefühlte Vermartungsstrategien.

Paradeis

Wir denken dass aufgrund der Teuerung es sich manche Menschen sich nicht leisten können oder wollen das teurere Bio Produkt zu kaufen. Wir essen lieber weniger bzw seltener Fleisch dann jedoch von guter Qualität. 

Billie-Blue

Mich würde interessieren, woher du diese Zahlen hast! Es mag Leute geben, denen diesbezüglich alles wurscht ist, aber sicher keine 93%.

Ich glaube nicht, dass 93% der Menschen , wenn sie die Wahl haben,  lieber Schweine aus Massentierhaltung essen.

Leider werden die Konsumentinnen getäuscht.

Viele verlassen sich auf das AMA Gütesiegel und wissen nicht, dass das AMA Gütesiegel die Fütterung von Gentechnik- Soja zulässt. In Österreich dürfen Schweinebauern ihre Schweine mit gentechnisch verändertem Futter versorgen. Und das, obwohl 80 Prozent der Konsumenten dagegen sind.

Weit mehr als 90% der Schweine in Österreich erhalten gentechnisch verändertes Futter.

Dazu kommt, dass es für Konsumenten sehr schwierig ist, Schweinefleisch aus artgerechter Haltung und ohne Gentechfutter überhaupt zu kaufen. Viele Supermärkte und Fleischhauer bieten es gar nicht an.

Und der Bauer um die Ecke plaudert auch nicht aus, womit er seine Tiere füttert.

 

Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 07.03.2024 um 08:08 Uhr

Silviatempelmayr

Die Zahlen hab ich aus einer Fachzeitschrift der Landwirte. Gentechnikfreier Soja ist schwer zu bekommen und kostet auch mehr. Wir verwenden Getreide von unseren Feldern und kaufen auch von unseren Nachbarn Getreide. Sojabohne verwenden wir auch die eigenen. Nur geschrotteten Soja müssen wir zukaufen. Ich möchte nur darauf hinweisen das wir Landwirte eben das erzeugen was der Konsument verlangt. Und wenn in Österreich nicht auch günstiges Fleisch produziert wird muss es aus dem Ausland importiert werden. Und man muss bedenken da sind die Vorschriften für Tierwohl und auch die Vorschriften bei der Düngung und Unkrautbekämpfung um einges lockerer.

Zuletzt bearbeitet von Silviatempelmayr am 07.03.2024 um 08:29 Uhr

Billie-Blue

Ich verlange als Konsument Fleisch aus artgerechter Haltung. Anderes Flesich kaufe und esse ich nicht. Und damit stehe ich nicht alleine da.

Die Landwirtschaft wird sich umstellen müssen, die unter 30 Jährigen zeigen ein verändertes Ernährungsverhalten, der typische Schweinsbratenesser, dem alles wurscht ist, stirbt aus.

 

jowi59

Die Bauern erzeugen Lebensmittel die auch gekauft werden und von denen der Bauernhof als Betrieb leben kann.

Es ist sicher besser weniger Fleisch zu essen, dieses soll aber dafür regional und von besserer Qualität sein.

Da dürfen halt die Konsumenten nicht zum Billigfleisch aus dem Ausland greifen.

moga67

Oft kaufen wir Fleisch von Bauern aus der Umgebung.
Gerade auf dem Bauernmarkt gibt es immer großen Andrang, wenn auch das Fleisch teurer als im Supermarkt ist. Die Qualität wiegt das locker auf. Einige Bauer/Fleischer kennen wir persönlich, trotzdem passiert der Kauf im  Vertrauen.( ist zwar nicht Bio aber von glücklichen Tieren. Das Futter kann ich nicht beurteilen!)

Im Supermarkt kaufe ich nur Fleisch aus Österreich. Eine klare Kennzeichnung und die auch lesbar, wäre echt von Vorteil!
Heutzutage muss man mit der Lupe einkaufen gehen!