Lebensmittel vernichten als Statement? Da wäre es besser gewesen, wenn er die Erdäpfel werbewirksam einem Sozialmarkt gespendet hätte.
Forum - 5 Hektar
Manchmal muss man eben provozieren um auf das Problem aufmerksam zu machen. Mir tut es a6ch im Herzen weh wenn Lebensmittel vernichtet werden.
Das finde ich schon sehr bedenklich, wenn ein Landwirt Lebensmittel mutwillig zerstört. Wenn das jeder Wirt oder Ladenbesitzer machen würde, seine Ware zerstören, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, würde man sagen, der hat nicht alle Tassen im Schrank.
Wenn er mit seinen Erdäpfeln nichts verdient, dann muss er sich eben einen Job suchen . So wie jeder, der entweder arbeitslos wird oder mit seinem Geschäft pleite geht.
Dem Landwirt ist es auch nicht leicht gefallen. Ausserdem hat er ja auch auf das Problem mit den nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittel hingewiesen - da ist es doch einfach sich einen neuen Job zu suchen, nicht wahr?
Soll er denn die Erdäpfel ernten und dann verschenken? Die Sozialmärkte nehmen nicht einmal solche Erdäpfel mit Drahtwürmern.
Die Kartoffel beim Einkaufspreis sind aber heuer auch nicht billiger geworden, gegenüber vorigem Jahr. Dann wird es bald nur mehr ausländische Kartoffeln zu kaufen geben.
Einfach ist es nirgends, viele haben es in ihrem Job nicht leicht. Aber manche Berufsgruppen jammern mehr als andere, das fällt schon auf. Wie viele Unternehmer müssen schließen? Die müssen sich auch ein neues Betätigungsfeld suchen.
Es ist leicht gesagt, dass sich ein Bauer ein neues Betätigungsfeld suchen soll.
Was geschieht dann mit den Feldern?
Das ist nicht so einfach, wenn man ein Leben lang die eigenen Felder bewirtschaftet hat.
5 ha Speisekartoffeln hat Franz Dirnbacher aus Oberstinkenbrunn erst gemulcht und anschließend zweimal mit der Scheibenegge untergegraben. „Natürlich ist es mir schlecht dabei gegangen“, schließlich bin ich das ganze Jahr dafür gerennt“, erklärt der Landwirt. „Aber ich habe keine andere Wahl für mich gesehen.“ Denn zum einen schlug der Drahtwurm aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel zu. Was aber viel schlimmer wirkt, ist der katastrophal schlechte Preis. „Für 5 bis max. 10 Ct/kg bin ich nicht bereit, die Erdäpfeln abzugeben. Schließlich habe ich im Schnitt rund 5.000 €/ha Aufwand.“ Im letzten Jahr sei es sich bei 30 Ct/kg Erlös gerade noch so ausgegangen. Dirnbacher hat seine Videos von der Einarbeitung auch auf seinen Status gestellt. „Ich wollte damit auch möglichst viele Verbraucher erreichen, um ihnen die miserable Situation in der Erdäpfelvermarktung deutlich zu machen.“ Abschließend merkt der Landwirt noch Folgendes an: „Ich frage mich, wer bei einem Erzeugerpreis von 5 bis 10 Ct/kg und einem Verkaufspreis im Supermarkt von ca. 90 Ct/kg die Spanne kassiert?“ Wobei diese Frage wohl eher rethorischer Natur ist.
Erst vergangene Woche berichteten wir über die aktuellen Probleme am österreichischen Erdäpfelmarkt. Hier kannst du den Artikel nachlesen: topagrar